Aachener Synode

 

Durch Reichsversammlungen und Kirchensynoden nahm Karl der Große Einfluss auf Kirche und Politik. Aachen wurde zum Zentrum des weltlichen und geistlichen Europas. 

Karl war auch Herr der Reichskirche. Für seine Regierung ist die Durchdringung von Geistlichem und Weltichem charakteristisch. Er überwachte und kontrollierte als "rector ecclesiae" die Kirche. Neben diziplinarischen Maßnahmen bemühte er sich, nicht zuletzt um der Einheit im Reich willen, um die Reinerhaltung des Glaubens. Darum griff er auch in Glaubensfragen ein (siehe auch den theologischen Disput zwischen Alkuin und Felix in Aachen).

 

Das "Filioque" im Glaubenbekenntnis, das im 5. Jahrhundert eingeführt worden war und eine besondere Interpretation des  griechischen Urtextes des Konzils von Nizea (325) darstellt, ließ er in seiner Aachener Pfalzkapelle singen. Als  fränkische Mönche aus Jerusalem nach Aachen kamen und beim Kaiser klagten, dass sie wegen des Singens des "Filioque" von den Griechen in Jerusalem angefochten wurden, berief Karl eine Synode in Aachen ein. Sie fand im November 809 statt. Auf dieser Kirchenversammlung wurde ein Dekret verabschiedet, mit dem der Frankenherrscher einen in seinem Reich gebräuchlichen Einschub im christlichen Glaubensbekenntnis rechtfertigte. Mit dem Zusatz "filioque" bekannte man im fränkischen Reich, dass der Heilige Geist "vom Vater und vom Sohn" ausgeht. Inhaltlich stimmte Papst Leo III. zwar dieser Formel zu, im Hinblick auf die Griechen untersagte er aber, sie ins Glaubensbekenntnis aufzunehmen. Darauf ging man im Frankenland aber nicht ein. Später wurde die Formel auch in Rom aufgenommen. Dieser Zusatz wurde später zum Stein des Anstoßes für die Orthodoxie und zu einem der Hauptpunkte der Trennung der Kirchen zwischen Ost und West.

 

His gestis imperator de Arduenna Aquas reversus mense Nevembrio concilium habuit de processione Spiritus sancti, quam quastionem Ioannes quidam monacus Heerosolimis primo commovit; cuius definiendae causa Bernharius episcopus Wormacensis et Adalhardus abbas monasterii Cobeiae Romam ad Leonem papam missi sunt. Agitatum est etiam in eodem concilio de statu ecclesiarum et conersatione eorum, qui in eis Deo servire dicuntur, nec aliquid tamen definitum est propter rerum, ut videbatur, magnitudinem.

(Fränkische Reichsannale)

 

 

 




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