Die Pfalz unter Ludwig dem Frommen

Walahfridus  Strabus (der Schielende) wurde um 808 in Schwaben geboren. Er genoss seine Ausbildung in der Klosterschule auf der Reichenau. Seine weitere Ausbildung erhielt er in Fulda von Rhabanus Maurus. Ludwig der Fromme ernannte ihn zum Abt des Klosters Reichenau. Der Benediktiner Walahfridus Stabus wirkte als Dichter, Botaniker und Diplomat. Eines seiner bekanntesten Werke ist der im Jahre 827 geschriebene "Liber de cultura hortorum", auch bedannt als "Hortulus". Das Buch ist eines der bekanntesten Schriften aus dem Mittelalter, die über die Botanik handeln. Darin beschreibt Strabus 23 Heilpflanzen in Versform. Schon vierzigjährig stirbt der Reichenauer Benediktiner. Er ertrank in der Loire. 


Ludwig der Fromme (778-840), der nach dem Tode Karls des Großen im Jahre 814 dessen Nachfolger geworden war -  Ludwig hatte sich, von Karl dem Großen zum Kaiser proklamiert selber 813 in der Aachener Pfalzkirche die Krone aufgesetzt -, hat den Benediktinermönch Walahfried Strabus 838 zum Abt auf dem Kloster Reichenau ernannt. Seit 829 wirkte  der Walahfried als Prinzenerzieher und Kaplan am Aachener Hof. 


Im folgenden Gedicht beschreibt er  Lage und Umgebung der Aachener Pfalz zur Zeit Ludwigs des Frommen.

Ver. 116 ff. (MGPoet. lat. 2, 374)

Hinc magnum Salomonis opus, hinc templa supremis
structuris aequanda micant, specularia subter
dant insigne nemus viridique volantia prato
murmura rivorum: ludunt pecudesque feraeque
uri cum cervis, timidis cum caprea dammis.
Si quoque deinde velis, saltabunt rite leones,
ursus, aper, panthera, lupus, linces, elephanti;
rhinoceros, tigres venient domitique dracones,
sortiti commune boumque oviumque virectum,
omnia pacatis animalia litibus assunt
aeriae summo quercus de vertice laetis
commodulantur avec rostris et suave susurrant.

 

(Versus in Aquisgrani palatio ... editi anno Hludowici imperatoris XVI)


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