Erste urkundliche Erwähnung Aachens

In den Fränkischen Reichannalen taucht der Namen "Aquis Granum" zum ersten Mal urkundlich auf. Das Weihnachts- und Osterfest des Jahres 765 verbrachte der König der Franken, Pippin der Jüngere, in Aachen. Die Fränkischen Annalen berichten sehr knapp über diesen Aufenthalt. "Als amtliches Nachrichtenwerk dieser Zeit verzeichnen die Annalen nicht nur die geschichtiche Erwähnung Aachens von 765, sondern geben auch den vollen keltisch-römischen Namen des Ortes, jedoch ... im lateinischen Lokativ (Aquisgrani = zu Aachen). Nicht weniger häufig kommt daneben in Annalen und Chroniken dieser Zeit der Accusativ (als latein. Richtungskasus: Aquasgrani = nach Aachen) vor. Der Nominativ muß demnach 'Aquae Grani' = die Wasser des keltischen Heilgottes) Granus (richtiger: Grannus) lauten; er ist aber durch gleichzeitige
Schriftstellen nicht belegt. Die aus falscher Deutung des Locativus gewonnene Form 'Aquisgranum' erscheint erst Mitte des 12. Jahrhunderts" (W. Kaemmerer, Aachener Quellentexte, 17). In den sog. "Einhardsannalen" findet sich der lateinische Ortsname für Aachen im Lokativ.

 

 

DCCLXV

Tunc Pippinus
rex placitum suum habuit ad Attiniacum, et nullum fecit aliud iter.
Et celebravit natalem Domini in Aquis villa et pascha similiter.

(Frankische Reichsannalen)

 

 

 

Hoc anno rex Pippinus generalem populi sui conventum in Attianiaco
villa, hiberna Aquisgrani habuit, ubi et natalem Domini et pascha celebravit.
(“Einheitsannalen”)



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