Epiphanie ("Heilige drei Könige")

Homilie des heiligen Basilius des Großen (aus: Homilia 6 in sanctam Christi generationem: PG 31, 1471-1475)

 

EVANGELIUM:  Mt 2, 1-12

 

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

1Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem 2und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen. 3Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. 4Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle. 5Sie antworteten ihm: In Betlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten: 6Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel. 7Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. 8Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige. 9Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. 10Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. 11Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar. 12Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.

 

Homilie des heiligen Basilius des Großen

 

Der Stern erschien und blieb über dem Ort stehen, wo das Kind war. Deswegen haben sich auch die Weisen sehr gefreut, nachdem sie den Stern gesehen hatten. Auch wir wollen in unseren Herzen diese große Freude empfangen. Diese Freude verkünden die Engel den Hirten. Laßt uns mit den Magiern anbeten, zusammen mit den Hirten Ehre geben, mit den Engeln frohlocken. Denn heute ist der Retter geboren, welcher ist Christus, der Herr. Gott der Herr hat uns erleuchtet, aber nicht in der Gestalt Gottes, damit er nicht, was schwach war, in Schrecken versetzte, sondern in Knechtsgestalt, damit er der Welt, die in Knechtschaft verfallenen war, die Freiheit schenkte.

 

Wer ist so träge, wer so undankbar, dass er keine Freude hat, nicht jubelt, sich ergötzt an dem, was jetzt ist? Das Fest bezieht die ganze Schöpfung mit ein: Er schenkt der Welt himmlische Gaben, schickt den Erzengel zu Zacharias und Maria und bestellt den Chor der Engel, die rufen:Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und unter den Menschen Wohlwollen.

 

Es treten die Sterne am Himmel hervor; die Magier machen sich auf und verlassen ihre Völker; die Erde empfängt in einer Grotte. Es gibt niemand, der nicht etwas mitbringt, es gibt keinen undankbaren Menschen. Wir wollen das Heil der Welt feierlich begehen, den Geburtstag der Menschennatur. Heute ist die Wunde Adams geheilt. Man kann nicht mehr sagen: Staub bist du und zum Staub wird du zurückkehren, sondern verbunden mit dem, der vom Himmel kommt, wirst du im Himmel Einlass finden. Es wird nicht mehr zu hören sein: In Schmerzen wirst du gebären.Selig ist nämlich jene, die den Emmanuel geboren hat, und die Brüste, die ihn genährt haben. Aus diesem Grund ist uns ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben. Seine Herrschaft ruht auf seinen Schultern.

 

Füge dich zu denen, die den Herrn mit Freude aus dem Himmel empfangen haben. Denke an die Hirten in ihrer Weisheit, an die Priester mit ihrer Gabe der Prophetie, an die Frauen in ihrer Freude. Denke sodann an den Augenblick, als Maria vom Engel erfuhr, sich zu freuen, und Elisabet Johannes in sich trug, als er in ihrem Schoß hüpfte. Anna verkündete eine frohe Botschaft, Simeon empfing in seinen Armen. Sie beteten in dem kleinen Kind den großen Gott an. Sie verachteten nicht, was sie sahen, sondern lobten zusammen die Majestät seiner Gottheit. Denn die göttliche Kraft erschien durch den menschlichen Leib gleichsam wie das Licht durch gläserne Haut in ihrem Glanz jenen, die die Augen ihres Herzens rein hatten. Zusammen mit ihnen wollen auch wir die Herrlichkeit des Herrn mit unverhülltem Gesicht wie in einem  Spiegel schauen, um so selber von Herrlichkeit in Herrlichkeit verwandelt zu werden durch die Gnade und die Güte unseres Herrn Jesus Christus. Ihm sei Ehre und Macht in alle Ewigkeit. Amen.

 

 

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